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Periimplantitis behandeln: Diese Schritte führen zum Erfolg

Periimplantitis lässt sich behandeln. Ziel der Therapie ist es, die bakterielle Belastung an der Implantatoberfläche zu beseitigen und den Kieferknochen zu stabilisieren. Meistens beginnt die Behandlung von Periimplantitis konservativ, also ohne Operation. Reicht das nicht aus, folgt eine chirurgische Therapie. Wichtig ist vor allem eines: Bei ersten Anzeichen zeitnah einen Zahnarzttermin vereinbaren, denn je früher die Behandlung startet, desto besser stehen die Chancen für den Erhalt des Implantats.


Kurz gesagt:

  • Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um den Fortschritt der Periimplantitis zu stoppen und das Implantat zu erhalten.
  • Bei ersten Anzeichen wie Blutung beim Putzen oder Rötung sollte umgehend ein Zahnarzt aufgesucht werden, da späte Reaktionen den Knochen schädigen können.
  • Die Behandlung beginnt mit mechanischer Reinigung, bei Bedarf folgt eine chirurgische Therapie, insbesondere bei fortgeschrittenem Knochenabbau.
  • Die Kosten für konservative Behandlungen liegen meist zwischen 200 und 500 Euro, chirurgische Eingriffe variieren stark je nach Aufwand.
  • Regelmäßige Nachsorge mit professioneller Reinigung und konsequenter Mundhygiene kann das Risiko für erneute Entzündungen deutlich senken.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Periimplantitis? Abgrenzung zur Mukositis und Häufigkeit

Periimplantitis ist eine Entzündung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat, bei der zusätzlich zum Weichgewebe auch der Kieferknochen betroffen ist. Es kommt zu einem messbaren Knochenabbau. Das unterscheidet sie von der periimplantären Mukositis, die nur die Schleimhaut betrifft und den Knochen verschont.

Diese Abgrenzung ist entscheidend, weil sie über die Behandlung von Periimplantitis entscheidet. Eine Mukositis lässt sich meist mit gründlicher Reinigung und besserer Mundhygiene vollständig ausheilen. Ist der Knochen schon angegriffen, braucht es mehr.

Wie häufig ist das eigentlich? Die S3-Leitlinie nennt eine gewichtete mittlere Prävalenz von etwa 22 % auf Patientenebene, bei einer Mukositis sogar rund 43 %. Das bedeutet: Fast jeder zweite Implantatträger hat irgendwann eine Weichgewebeentzündung, und bei gut jedem fünften geht das auf den Knochen über.

Vergleich zwischen Mukositis und Periimplantitis

Zur Einordnung: Eine unbehandelte Periimplantitis schreitet in der Regel fort und kann schließlich zum Verlust des Implantats führen. Genau deshalb lohnt sich frühes Handeln, statt abzuwarten und zu hoffen, dass die Rötung von selbst verschwindet.

Ursachen und Risikofaktoren, die den Therapieerfolg beeinflussen

Die Hauptursache der Periimplantitis ist bakterieller Biofilm, der sich an der Implantatoberfläche festsetzt. Wird dieser Zahnbelag nicht regelmäßig und gründlich entfernt, entzündet sich das umgebende Gewebe und der Knochen baut sich langsam ab.

Mehrere Faktoren erhöhen dabei das Risiko deutlich:

  • Rauchen, weil es die Durchblutung des Zahnfleisches verschlechtert und die Wundheilung hemmt
  • Eine bereits bestehende oder überstandene Parodontitis an den eigenen Zähnen
  • Schlecht sitzende oder überstehende Suprakonstruktionen, an denen sich Plaque leichter sammelt
  • Diabetes, besonders wenn der Blutzucker schlecht eingestellt ist
  • Bestimmte Medikamente, die die Speichelproduktion oder das Immunsystem beeinflussen

Manches davon können Sie selbst beeinflussen. Eine gezielte Reinigung der Zahnzwischenräume, weniger Zigaretten und eine bessere Kontrolle des Blutzuckers wirken sich direkt auf das Behandlungsergebnis aus.

Profi-Tipp: Nutzen Sie Interdentalbürsten statt normaler Zahnseide rund um Implantate. Sie passen sich besser an die Form des Implantathalses an und erreichen Stellen, die eine Bürste allein nicht schafft.

Frühsymptome und Warnzeichen: Was Sie selbst prüfen können

Periimplantitis Symptome sind anfangs oft unauffällig. Genau das macht sie gefährlich, denn wer nicht genau hinschaut, übersieht die ersten Warnzeichen leicht.

  1. Zahnfleischbluten beim Putzen – schon leichte Blutung beim Zähneputzen oder beim vorsichtigen Abtasten mit der Sonde gilt als klinisch relevantes Zeichen, in der Fachsprache Bleeding on Probing (BOP).
  2. Rötung und Schwellung – das Zahnfleisch um das Implantat wirkt gereizt, glänzend oder verdickt.
  3. Verändertes Gefühl – manche Patienten berichten über ein diffuses Druckgefühl oder eine leichte Empfindlichkeit rund ums Implantat.
  4. Erhöhte Sondierungstiefen – misst der Zahnarzt tiefer als üblich, deutet das auf einen bereits fortgeschrittenen Gewebeabbau hin.
  5. Eiteraustritt (Suppuration) – ein eindeutiges Alarmzeichen. Fehlt es allerdings, heißt das nicht, dass alles in Ordnung ist.

Tasten Sie Ihr Implantat gelegentlich selbst vorsichtig ab und beobachten Sie, ob beim Putzen Blut auftritt. Bei Unsicherheit gilt: lieber einmal zu früh zum Zahnarzt als einmal zu spät.

Diagnose: Untersuchungen, Messwerte und Leitlinienziele

Die Diagnose der Periimplantitis stützt sich auf klinische und radiologische Befunde gemeinsam. Kein einzelner Wert reicht allein aus.

Zahnärzte prüfen dabei:

  • Blutung auf Sondierung (BOP) an mehreren Messpunkten je Implantat
  • Sondierungstiefen mit einer speziellen, implantatschonenden Sonde
  • Vorhandensein von Suppuration
  • Röntgenaufnahmen zur Beurteilung des marginalen Knochenabbaus im Seitenvergleich zu früheren Bildern

Manchmal muss die Suprakonstruktion, also Krone oder Brücke, kurz abgenommen werden. Nur so lässt sich das Implantat wirklich vollständig einsehen und der Befund exakt dokumentieren.

Die S3-Leitlinie definiert klare Therapieziele: ein BOP-Wert von höchstens 1 pro Implantat, keine Suppuration und Sondierungstiefen von maximal 5 mm. Diese drei Werte sind der Maßstab, an dem jede Behandlung von Periimplantitis später gemessen wird.

Therapieprinzipien: Vom konservativen Vorgehen zur chirurgischen Therapie

Die Behandlung folgt einem klaren Stufenplan. Zuerst wird konsequent gereinigt, dann wird der Erfolg überprüft, und nur wenn das nicht reicht, kommt die Chirurgie ins Spiel.

Der typische Ablauf sieht so aus:

  • Schritt 1: Débridement. Mechanische Reinigung der Implantatoberfläche, meist über mehrere Sitzungen.
  • Schritt 2: Reevaluation. Spätestens sechs Monate nach der nicht-chirurgischen Therapie wird der Zustand erneut geprüft.
  • Schritt 3: Entscheidung. Sind BOP, Sondierungstiefe und Röntgenbild stabil, reicht die weitere Nachsorge. Sind die Therapieziele nicht erreicht, folgt die chirurgische Therapie bei Periimplantitis.

Bei Patienten mit erhöhtem Risiko, etwa Rauchern oder Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes, empfiehlt sich ein Recall-Intervall von nur drei Monaten statt der sonst üblichen halbjährlichen Kontrolle. Diese engmaschige Betreuung ist kein Übermaß an Vorsicht, sondern schlicht evidenzbasiert. Eine unbehandelte Mukositis wandelt sich laut Leitlinienregister innerhalb von fünf Jahren in bis zu 43,9 % der Fälle in eine Periimplantitis um und genau das sollen die kürzeren Kontrollabstände verhindern.

Nicht-chirurgische Behandlungsoptionen: Was praktisch gemacht wird

Die erste Behandlungsstufe ist mechanisch und manchmal ergänzt durch adjuvante Maßnahmen. Hier ein Überblick, was in der Praxis tatsächlich zum Einsatz kommt:

  • Mechanisches Débridement mit Kunststoff- oder Titanküretten sowie speziellen Ultraschallinstrumenten, die die Implantatoberfläche nicht verkratzen
  • Air-Polishing mit feinen Pulvern, das Biofilm schonend von der Implantatoberfläche entfernt
  • Titanbürste, ein rotierendes Instrument, das gezielt hartnäckigen Belag löst
  • Er:YAG-Laser oder photodynamische Therapie als ergänzende Verfahren mit unterschiedlich starker Evidenzlage
  • Lokale Antibiotika oder Minocyclin-Mikrosphären als mögliche Ergänzung im Einzelfall

Systemische Antibiotika gehören dabei nicht zur Routine. Die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, sie routinemäßig einzusetzen, weil der Nutzen den Aufwand und die Resistenzrisiken meist nicht rechtfertigt. Alternative Verfahren zur Biofilmentfernung wie Air-Polishing und Titanbürste zeigen dagegen in Studien Vorteile bei der Reduktion von Blutungswerten.

Profi-Tipp: Erwarten Sie von der ersten Reinigungssitzung keine vollständige Ausheilung. Eine deutliche Beruhigung der Entzündung ist realistisch, eine komplette Rückbildung gelingt aber nicht in jedem Fall auf Anhieb.

Chirurgische Therapie und rekonstruktive Verfahren

Reicht die konservative Behandlung nicht aus, folgt die chirurgische Therapie bei Periimplantitis. Dabei wird das Zahnfleisch für einen kurzen Zugriff aufgeklappt, damit die Implantatoberfläche unter direkter Sicht gereinigt werden kann.

Der Eingriff umfasst typischerweise:

  • Eine Lappenoperation mit vollständiger Entfernung des entzündeten Granulationsgewebes
  • Dekontamination der freigelegten Implantatoberfläche mit mechanischen und chemischen Verfahren
  • Bei ausreichendem Knochenangebot eine rekonstruktive Therapie mit Knochenersatzmaterial und einer schützenden Membran

Wie gut das gelingt, hängt stark von der Form des Knochendefekts ab. Ein enger, tiefer Defekt lässt sich oft gut wieder aufbauen, ein flacher, breiter Defekt kaum. Mehr zu den Optionen bei fortgeschrittenem Knochenschwund finden Sie in einem separaten Beitrag.

In fortgeschrittenen Fällen, in denen Entzündung und Knochenverlust nicht mehr beherrschbar sind, bleibt die Explantation als letzter Schritt. Diese Entscheidung sollte offen besprochen werden, nicht als Rückschlag, sondern als realistischer Weg zu einer neuen, stabilen Versorgung.

Nachsorge, Prävention und praktische Alltagstipps

Nach jeder Behandlung von Periimplantitis entscheidet die Nachsorge darüber, ob der Erfolg hält. Ohne konsequente Pflege kehrt die Entzündung erfahrungsgemäß zurück.

  1. Recall alle drei Monate, wenn Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes vorliegen, sonst reicht meist ein halbjährlicher Rhythmus.
  2. Professionelle Implantatreinigung bei jedem Kontrolltermin, ergänzt durch eine gründliche häusliche Pflege mit passenden Interdentalbürsten.
  3. Kontrolle der Suprakonstruktion, damit Kronenränder nicht überstehen und keine neuen Nischen für Plaque entstehen.
  4. Risikofaktoren im Blick behalten, also Rauchstopp anstreben und den Blutzucker bei Diabetes gut einstellen.

Unter regelmäßiger Prävention sinkt laut Leitlinienregister die Rate der Übergänge von Mukositis zu Periimplantitis auf etwa 18 %, verglichen mit fast 44 % ohne konsequente Nachsorge. Mehr zum Sinn regelmäßiger Kontrollen erklärt der Beitrag Warum braucht man eine Nachsorge bei Zahnimplantaten?.

Profi-Tipp: Fotografieren Sie Ihr Zahnfleisch um das Implantat alle paar Monate mit dem Smartphone. So erkennen Sie Veränderungen in Rötung oder Schwellung selbst leichter als aus dem Gedächtnis.

Kostenrahmen und Abrechnung: Was eine Behandlung realistisch kostet

Die Kosten einer Periimplantitis-Behandlung schwanken stark je nach Schweregrad. Eine konservative Reinigungssitzung liegt meist im Bereich von etwa 200 bis 500 Euro, abhängig davon, wie viele Implantate betroffen sind und welche Zusatzverfahren wie Air-Polishing oder Laser eingesetzt werden.

Chirurgische Eingriffe mit Knochenaufbau sind deutlich aufwendiger und entsprechend teurer. Hier lässt sich kein pauschaler Betrag nennen, weil Umfang des Defekts, Materialwahl und Anzahl der betroffenen Implantate stark variieren.

  • Konservative Sitzung: circa 200 bis 500 €
  • Chirurgische Therapie mit Knochenaufbau: individuell, abhängig vom Befund
  • Neuversorgung nach Explantation: siehe Zahnimplantat-Ablauf und Kosten

Bei CASA DENTALIS wird offen über Kosten gesprochen. Vor jeder größeren Behandlung erhalten Patienten einen individuellen Heil- und Kostenplan, damit vorab klar ist, was auf sie zukommt und welcher Anteil von der Krankenkasse übernommen wird.

Praxis-Perspektive von Dr. Herbst: Wann wir eingreifen

In der Praxis sehe ich immer wieder, dass Patienten zu lange warten, weil eine leichte Blutung beim Putzen harmlos wirkt. Genau da beginnt aber oft die Periimplantitis. Wir setzen deshalb auf individuelle Therapiepläne statt Schema F, gerade bei Angst- oder Schmerzpatienten, die ohnehin schon zögern, überhaupt einen Termin zu vereinbaren. Eine erste Abklärung kostet nichts und schafft Klarheit, bevor überhaupt über Kosten oder Eingriffe gesprochen wird.

— Dr. Herbst (Zahnarzt und Mitgründer von CASA DENTALIS)

CASA DENTALIS als Anlaufstelle bei Periimplantitis

In Süd- und Westberlin gibt es mehrere Anlaufstellen für die Abklärung und Behandlung von Periimplantitis, die eine Anfahrt quer durch die Stadt unnötig machen. An verschiedenen Standorten in Süd- und Westberlin arbeiten Teams mit Diagnostik, konservativer Reinigung, chirurgischer Versorgung und Knochenaufbau.

CASA DENTALIS

Bei Implantatfragen werden Preise vor einer Behandlung offen kommuniziert. Ein zweiteiliges Einzelzahnimplantat kostet je nach Position zwischen etwa 800 und 1.600 Euro, und dank der Zusammenarbeit mit Nobel Biocare bekommen Patienten Premium-Implantate zu einem Preis, der meist 20 bis 30 % unter dem sonst üblichen Berliner Niveau liegt. Wenn Sie bereits einen Heil- und Kostenplan von einem anderen Zahnarzt haben, bringen Sie ihn einfach mit, oft lässt sich ein besseres Angebot machen. Die Praxis ist an vielen Tagen lange erreichbar, auch am Wochenende, für akute Fälle ebenso wie für die geplante Nachsorge. Vereinbaren Sie jetzt eine kostenlose Beratung unter 030 53 14 19 10 oder direkt online einen Termin.

Wichtige Leitlinien und Fachquellen zur Periimplantitis

Wer tiefer einsteigen möchte, findet die verlässlichsten Angaben in diesen Quellen:

Fragen Sie bei Ihrem nächsten Termin gezielt nach der Leitlinie oder deren Kurzfassung. Ein guter Zahnarzt gibt Ihnen diese Informationen gerne mit.

Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt nicht die Beratung durch einen qualifizierten Arzt. Wenden Sie sich an eine qualifizierte medizinische Fachperson zu Ihrer persönlichen Lage, bevor Sie auf Grundlage dieses Inhalts handeln.

Quellen

FAQ

Kann man Periimplantitis heilen?

Eine Periimplantitis lässt sich in vielen Fällen erfolgreich stoppen und stabilisieren, eine vollständige Heilung im Sinne eines Zustands wie vor der Erkrankung ist aber nicht immer garantiert. Entscheidend ist, ob die Therapieziele wie ein BOP-Wert von höchstens 1 und Sondierungstiefen unter 5 mm erreicht werden.

Wie bekomme ich eine Entzündung am Zahnimplantat weg?

Der erste Schritt ist immer die mechanische Reinigung der Implantatoberfläche, ergänzt durch bessere häusliche Mundhygiene und gegebenenfalls Air-Polishing oder eine Titanbürste. Bleibt der Erfolg nach der Reevaluation aus, folgt eine chirurgische Therapie mit direkter Sicht auf das Implantat.

Wie hoch sind die Kosten für die Behandlung von Periimplantitis?

Eine konservative Reinigungssitzung liegt meist zwischen 200 und 500 Euro. Chirurgische Eingriffe mit Knochenaufbau sind individuell zu kalkulieren; bei CASA DENTALIS erhalten Sie dafür vorab einen transparenten Heil- und Kostenplan.

Was sind die ersten Anzeichen einer Periimplantitis?

Die ersten Warnzeichen sind meist Zahnfleischbluten beim Putzen, Rötung und leichte Schwellung rund um das Implantat. Erhöhte Sondierungstiefen und gegebenenfalls Eiteraustritt zeigen, dass die Entzündung bereits den Knochen erreicht hat.

Was passiert, wenn man Periimplantitis nicht behandelt?

Unbehandelt schreitet der Knochenabbau meist fort, bis das Implantat seinen Halt verliert. Die S3-Leitlinie beschreibt den Implantatverlust als typische Folge einer fortgeschrittenen, unbehandelten Periimplantitis.

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